Jamaika und EU fordern noch mehr Steuern

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Der Staat knüpft seinen Bürgern so viel ab wie noch nie – trotzdem sollen jetzt noch mehr Steuern kommen: Die Jamaika-Verhandlungen laufen auf einen höheren Spitzensteuersatz hinaus und die EU will eine eigene Steuer einführen – gleichzeitig sparen internationale Großkonzerne in Luxemburg dank Juncker weiter ihre Milliarden.

Die Abzüge für Soziales und Lohn betragen zusammen 33 %. Bei den Selbständigen fast das gleiche Bild. Was viele aber nicht wissen: Sie zahlen eigentlich noch viel mehr Steuern. Der beste Betrug ist bekanntlich der, den man nicht erkennt. Im Folgenden wird aufgezeigt, auf welche verdeckte Art die europäischen Steuerzahler seit gut 15 Jahren durch überhöhte Steuersätze systematisch steuerlich betrogen werden und wer dafür verantwortlich ist.

Deutschland hat rund 42,7 Millionen Arbeitnehmer, davon knapp 30 Millionen sozialversicherungspflichtig, und weitere 4,4 Millionen Selbstständige. 2013 betrug der durchschnittliche Arbeitnehmer-Bruttolohn rund € 31.000. Darauf entfielen 16,1 % Steuer. Damit zahlten 30 Millionen Arbeitnehmer je rund € 5.000 Steuer (16,1 % aus € 31.000 = € 4.991), was rechnerisch rund € 150 Milliarden ausmacht.

So prellt Luxemburg Deutschland um Milliarden an Steuern

Jean-Claude Juncker war bis vor kurzem Finanzminister und Regierungschef von Luxemburg. In dieser Zeit hat Herr Juncker die Geschäftsidee entwickelt, seinen landkreisgroßen Staat (mit 500.000 Einwohnern) in eine zentraleuropäische Steueroase für superreiche Milliardäre und weltweit operierende Großkonzerne umzuwandeln. Ziel war und ist sei jeher, deren Gewinne aus den Nachbarstaaten nach Luxemburg abzusaugen um daran zu verdienen.

Es fand sich in Luxemburg auch die nötige parlamentarische Mehrheit um das „clevere System-Juncker“ parlamentarisch abzusegnen. Mit international operierenden Konzernen wurden ab ca. 1990 bis heute weithin geheime Steuerregelungen getroffen (Advance Tax Agreements bzw. Advance Tax Ruling). Schließlich sollen die Nachbarstaaten nicht wissen, wie und in welcher Höhe sie durch das „System Juncker“ Jahr für Jahr um gigantische Milliardenbeträge geprellt werden.

So hat Juncker Luxemburg systematisch zu einer Steueroase aufgebaut und auch explizit bei Konzernen und Superreichen dafür geworben. Dann flog das Ganze auf: Antoine Deltour, ein ehemaliger Mitarbeiter von PwC, spielte dem „International Consortium of Investigativ Journalists“ (ICIJ) hunderte geheime Steuerdokumente zu, die von dort im November 2014 auf den Markt geworfen wurden. Den Whistleblower Antoine Deltour erwarten nun für seine Großtat bis zu zehn Jahre Gefängnis! Das reflektiert auch die große Geheimhaltung der Luxemburger Steuerpraktiken. Die Dokumente belegen, dass (zumindest) hunderte weltweit operierende Firmen das Angebot von Herrn Junker angenommen und mittels Spezialvereinbarungen ihre nationalen Einkommen im Sitzland – wie beispielsweise Deutschland – steuerlich auf NULL reduziert haben. In Luxemburg zahlen sie auf ihre Gewinne nur 0,1 – 5 % „Steuern“. Wobei man das wohl eher als eine Provision zur Beihilfe der legalen Steuerhinterziehung betrachten kann.

Diese Großkonzerne profitieren vom System Juncker

Nutznießer des Systems sind laut den geleakten Dokumenten Großkonzerne wie etwa IKEA, Apple, Pepsi Bottling Group, Coca Cola, EON, Amazon, Fiat, iTunes, Heinz, Procter & Gamble, AIG, Fresenius Medical Care, FedEx, Disney, Deutsche Bank, Burberry, BAT, Stella Artois, Glaxco-Smith-Kline, Google, Amazon, Skype, Yahoo u.v.a.m. Diese Firmen wurden und werden natürlich auch fachmännisch von Firmen wie etwa PwC, Deutsche Bank, KPMG, Deloitte sowie Ernst & Young beraten.

Luxemburg ist mit einem verwalteten Kapital von gut drei Billionen Euro nach den USA zum zweitgrößten Investment-Land aufgestiegen. Das sind weitgehend die Gelder, die den europäischen Nachbarn steuermindernd entzogen wurden: Dafür dürfen dann unter anderem die 42,7 Millionen deutschen Arbeitnehmer Jahr für Jahr aufkommen.

Hier können Sie die Luxemburg-Leaks lesen:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/luxemburg-leaks-klicken-sie-sich-durch-die-geheimdokumente-1.2207307

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